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{{Infobox Berg
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Natur

Flora

Aufgrund des rauen Klimas ist der Brocken ein Lebensraum seltener Arten. Der Brockengipfel gehört zur supraborealen Vegetationszone. Seine Flora und Fauna sind vergleichbar mit denen von Nordskandinavien und den Alpen. Der Brockengipfel liegt als einziger Berg des deutschen Mittelgebirgsraumes oberhalb der Waldgrenze, so dass allenfalls sehr kleinwüchsige Fichten dort zu finden sind. Hauptsächlich findet sich dort eine Zwergstrauchheide. Im 1890 gegründeten Brockengarten wird die Flora von Nationalpark-Mitarbeitern gehegt und in regelmäßigen Führungen Besuchern vorgeführt. Dort werden nicht nur Pflanzen des Brockens gezeigt, sondern auch Hochgebirgsgewächse aus anderen Regionen und Ländern.

Zu den typischen Arten am Brocken, die man in Norddeutschland sonst nicht oder kaum findet, gehören ab einer Höhe von etwa die ''Brockenblume'' oder ''Brockenanemone'' genannte Kleine Alpen-Kuhschelle (''Pulsatilla alpina subsp. alba''), Habichtskräuter wie das Brocken-Habichtskraut (''Hieracium nigrescens'') und das Alpen-Habichtskraut (''Hieracium alpinum''), Ruchgräser (''Anthoxanthum''), der Frauenmantel (''Alchemilla''), die Blutwurz (''Potentilla tormentilla''), der Alpen-Flachbärlapp (''Diphasiastrum alpinum''), die Flechte Isländisches Moos (''Cetraria islandica'') und die Rentierflechte (''Cladonia rangiferina''). Die Krähenbeere wird hier auch ''Brockenmyrte'' genannt.

Auf den Hochmoorflächen rund um den Brockengipfel findet man beispielsweise Wollgräser, Sonnentau und die Zwerg-Birke (''Betula nana'').

Fauna

Auch einige Tierarten haben sich an die Lebensbedingungen auf dem Brocken angepasst. So brüten im Gipfelbereich der Wiesenpieper (''Anthus pratensis'') sowie die Ringdrossel (''Turdus torquatus'').

Die Waldeidechse tritt am Brocken mit einer eigenen, dunkel gefärbten Variante auf, ''Lacerta vivipara aberr. negra''. Auch den Grasfrosch (''Rana temporaria'') findet man dort. Insekten sind sehr zahlreich. Man findet besonders viele Käfer, beispielsweise Laufkäfer wie ''Amara erratica'', und Hunderte Arten Schmetterlinge. Der Kohlweißling hat hier pro Jahr nur eine Generation, während es im Tiefland zwei sind.

Zu den glazialrelikten Säugetier- und Vogelarten gehören die Nordfledermaus (''Eptesicus nilssonii''), die Alpenspitzmaus (''Sorex alpinus'') und die Ringdrossel.

Schutzgebiete

Neben seiner zentralen Lage im Nationalpark Harz liegen Teile des Brockens im Landschaftsschutzgebiet ''Harz und nördliches Harzvorland'' (CDDA-Nr.?20784; 1968 ausgewiesen; 1587,6238?km² groß), des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets ''Hochharz'' (FFH-Nr.?4229-301; 60,23?km²) und des Vogelschutzgebiets ''Hochharz'' (VSG-Nr.?4229-401; 61,12?km²).

Geschichte

Astronomische Bedeutung

Bereits in der Bronzezeit diente der Brocken vermutlich als Landmarke für das Observatorium auf dem 85 Kilometer entfernten Mittelberg. Zur Sommersonnenwende geht von dort aus die Sonne hinter dem Brocken unter, so dass die auf dem Mittelberg gefundene Himmelsscheibe von Nebra sich anhand der Sichtlinie zum Brocken und der auf der Scheibe angebrachten Horizontbögen exakt ausrichten ließ. Auf dem Gehrdener Berg bei Gehrden (Region Hannover) befindet sich der Ringwall auf dem Gehrdener Berg, von dem aus man zur Wintersonnenwende die Sonne zwischen Brocken und Wurmberg aufgehen sieht. Die Anlage ließe sich durch Artefakte sowohl in die Jungsteinzeit als auch in Zeit der Cherusker datieren. Eine Datierung in die Zeit der Sachsen ist auch vorgeschlagen worden, jedoch ohne Belege durch Funde.

Besteigung, Bebauung und Nutzung

Der Brocken wurde schon um 1460 bestiegen, wie Friedrich Dennert (1954) darstellt. Die erste weithin bekannt gewordene Besteigung des Brockens geschah vor 1572 durch den Stolberger Arzt Johannes Thal. Er beschrieb 1588 in einem Buch erstmals die Flora des Brockens. Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, zu dessen Grafschaft der Brocken gehörte, ließ 1736 auf dem Gipfel das so genannte Wolkenhäuschen und auf der nach seinem Sohn Heinrich Ernst benannten Heinrichshöhe ein Unterkunftshaus zum Schutz der Brockenreisenden erbauen. Das erste Gasthaus unmittelbar auf der Brockenkuppe wurde 1800 erbaut.

1775 nahm Eberhard August Wilhelm von Zimmermann, Professor für Physik am Collegium Carolinum in Braunschweig, zusammen mit dem Ingenieuroffizier und späteren Generalmajor Bonaventura von Rauch von Ilsenburg aus eine Höhenmessung des Brockens mit Hilfe eines speziellen Barometers vor.
Im Dezember 1777 bestieg Goethe den Brocken.

Carl Friedrich Gauß nutzte 1821 bis 1825 die Blickverbindung zum Hohen Hagen und zum Großen Inselsberg für die Gaußsche Landesaufnahme eines großen Dreiecks.<ref name="CKittel" /> Eine Höhenvermessung des Brockens durch den preußischen Generalstab ergab 1850 die noch bis zur Umstellung von Normalnull auf Normalhöhennull gültige Höhe von . Am 23.?Juli 1859 brannte das Brockenhaus nieder. 1862 wurde das neue Brockenhotel eingeweiht. Der Göttinger Botaniker Albert Peter richtete 1890 auf dem Berg den Brockengarten als den ersten deutschen Alpengarten ein. Die Fläche von 4.600?m² wurde vom Fürstenhaus Stolberg-Wernigerode als Eigentümer kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die schmalspurige Brockenbahn wurde am 27.?März 1899 eröffnet. Der Bahnhof Brocken ist heute mit einer der höchstgelegenen Bahnhöfe in Deutschland. Die Spurweite beträgt 1000?mm. Im Jahr 1935 gelang die erste Fernsehübertragung vom Brocken mit einem mobilen Sender. Im Jahr darauf wurde der erste Fernsehturm der Welt auf dem Berg erbaut. 1937 wurde der Brocken zusammen mit Wurmberg, Achtermann und Acker-Bruchberg zum Naturschutzgebiet Oberharz erklärt.

Der Bau der ersten Wetterwarte auf dem Brocken erfolgte 1895. Technisch dürftig und zu klein, wurde sie 1912 teilweise abgerissen und durch einen großen steinernen Anbau, der erst im Ersten Weltkrieg als Hellmann-Observatorium fertig wurde, ergänzt. Als Akademiker und Naturfreund übernahm der Subdirektor Georg Grobe 1917 den Beobachtungsposten, auf dem ihn seine Tochter bis zu seinem Tode 1935 unterstützte. ?Nach dem Tod des ausgezeichneten Beobachters Grobe trat sofort die Berg-Kalamität ein: Es fand sich kein dauernder Beobachter für den Brocken. Das überwand man nur durch Entsendung von wissenschaftlichen Beamten.?<ref name="KGlaß" /> Die heutige Wetterwarte nahm 1939 ihren Betrieb auf.

Der Sendebetrieb vom Brocken wurde angesichts der anrückenden United States Army am 15.?April 1945 eingestellt. Bei einem Luftangriff der US-Luftwaffe wurden das Brockenhotel und die anderen Gebäude am 17.?April 1945 durch Bomben zerstört. Am 20.?April erfolgte gegen Widerstand die Besetzung des Brocken-Plateaus. Bis zum 27.?April 1947 war der Brocken dann durch Truppen der USA besetzt. 1955 war das Brockenhotel (der Gaststättenteil jedenfalls) wieder geöffnet. Die spätere Vergabe von Passierscheinen wurde großzügig gehandhabt. Ab August 1961 wurde der Brocken, der im unmittelbaren Grenzgebiet der DDR zur Bundesrepublik Deutschland lag, zum militärischen Sperrgebiet erklärt und war somit für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich. Der Gipfel wurde militärisch stark ausgebaut. Er war zuletzt von einer drei Meter hohen Sperrmauer aus umgekehrt-T-förmigen Betonelementen umgeben. Die Sicherung des Areals oblag den Grenzsoldaten der ?7.?Grenzkompanie Schierke?, die in Zugstärke auf dem Gipfel stationiert waren. Als Unterkunft diente ihnen der Brockenbahnhof. 1987 wurde der Verkehr mit Güterzügen zum Brocken aufgrund des schlechten Gleiszustandes eingestellt. Die sowjetischen Anlagen waren innerhalb des durch die Brockenmauer gesicherten Gebiets noch durch einen Doppelzaun abgeriegelt.

Der Brocken wurde umfangreich für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt. Auf dem Gipfel befanden sich zwei große und leistungsfähige Abhörstationen, die aufgrund ihrer exponierten Lage den Funkverkehr in fast ganz Westeuropa erfassen konnten.<ref name="M-Bischoff" /> Eine gehörte dem sowjetischen Militärgeheimdienst GRU und war damit zugleich der westlichste Vorposten Moskaus, die andere war der Hauptabteilung?III des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR unterstellt. Die Objekte trugen die Tarnnamen ?Jenissej? und ?Urian?.<ref name="GeschiSpuren" /> Geplant war nach 1989 noch ein weiterer riesiger Abhörkomplex auf dem Brocken, der durch das Ende der DDR nicht mehr zur Ausführung kam.<ref name="MitteldeutscheWz" />

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde der Brocken am 3.?Dezember 1989 unter dem Druck einer Stern-Wanderung von 6.000 Demonstranten (?Mauer weg!?) wieder für die Allgemeinheit geöffnet.<ref name="BrockenBefreiung" /> Mit der deutschen Wiedervereinigung wurden ab 1990 schrittweise die Grenzsicherungsanlagen sowie die Anlagen von Militär und Geheimdiensten abgebaut. Der letzte russische Soldat verließ den Brocken am 30.?März 1994. 1998 wurde der Richtfunkturm abgerissen. Die Brockenkuppe wurde mit Millionenaufwand renaturiert. Sie ist heute ein sehr stark frequentiertes touristisches Ziel der Harzbesucher.

Vom Westen führt der Hirtenstieg auf den Brocken. Über den Hirtenstieg wurde ursprünglich das Vieh auf den Brocken getrieben. Heute ist der Stieg ein beliebter Wanderweg. Die Betonplatten stammen aus der Zeit der DDR und ermöglichten militärischen Fahrzeugen die Auffahrt.

Name und Deutung

Eine verbreitete Bezeichnung für den Brocken bildete sich erst gegen Ende des Mittelalters heraus. Vorher wurde der Harz als Ganzes aufgefasst. Das hatte in erster Linie den Grund, dass bis dahin der Bergbau im Mittelpunkt stand.<ref name="GEckert" /> Eine der ersten Erwähnungen, die der heutigen Bezeichnung ähnelt, findet sich jedoch bereits im Jahr 1176 in der ?Sächsischen Weltchronik? als ?broke?.<ref name="GvGynzRekowski" /> Eine andere frühe schriftliche Erwähnung des Berges erschien im Jahr 1490 in einem Brief von Graf Heinrich zu Stolberg als ?Brackenberg?.<ref name="TSchmidt" /> Weitere frühere eigentliche und urkundliche Bezeichnungen des Brockens sind 1401 ''Brockenberg'', 1424 ''Brocberg'', 1495 ''mons ruptus'' (lat.), 1511 ''Brogken'', ''Brockin'', 1531 ''Brogken'', 1540 ''Brokenberg'', 1589 ''Brackenberg''.<ref name="WGrosse" /> Gabriel Gottfried Bredow berichtete im Jahr 1817 in seiner Erzählung der Weltgeschichte, dass sich in der "''alt-sächsisch-germanischer Zeit''" ein großes Wodansbild auf dem Brocken befunden haben soll. Auf den Steinblöcken des Brockenplateaus seien von den Sachsen Tier- und Menschenopfer dem höchsten Gott Wodan dargebracht worden.<ref name="GGBredow" /> Dies ist bis heute wissenschaftlich nicht nachgewiesen und darf als Sage gelten.

Für die Herkunft des Namens gibt es verschiedene Deutungsansätze:

  • Im Stadtbuch von Osterwieck findet sich in einem Eintrag aus dem Jahr 1495 für den Brocken die lateinische Bezeichnung ?mons ruptus?, was übersetzt ?zerbrochener Berg? bedeutet.<ref name="GvGynzRekowski" /> Auch die niederdeutsche Bezeichnung ?broken?, wie sie abgewandelt für den Berg im Jahr 1176 in der ?Sächsischen Weltchronik? erwähnt wurde und ebenfalls im Englischen verwendet wird, bedeutet ?gebrochen?. Einerseits kann diese Erklärung auf die Deutung zurückgeführt werden, dass die beiden Berge ?Kleiner Brocken? und ?Großer Brocken? aus einem Massiv durch Auseinanderbrechen entstanden sind.<ref name="GEckert" /> Andererseits kann die Begründung auf die ehemals starke Erosion des Berges zurückgeführt werden. So ist der Brocken bis auf seine heutige Größe zusammengebröckelt.<ref name="CENehse" />
  • Naheliegend ist die Ableitung des Namens aus der Gestalt des gesamten Berges. Ein ?Brocken? ist ein großes, unförmiges Gebilde. Das Ausmaß des Brockens könnte ihm somit seinen Namen gegeben haben. Da der Begriff ?Block? ähnlich definiert ist, kann mit diesem Ansatz auch die Bedeutung der Bezeichnung ?Blocksberg? herleiten.<ref name="GEckert" /> ?Block? kann zudem nicht nur im Sinne von ?Gebilde? gesehen werden, sondern auch in der Bedeutung des Ausdrucks ?Block? oder ?Klotz? für das Hexenwesen.<ref name="EJacobs" />
  • Nach Friedrich Dennert (1954), der sich kritisch mit sämtlichen Namensdeutungen beschäftigt hatte, ist die wahrscheinlichste Herkunft des Namens ?Brocken? die Ableitung von ?Bruch?, womit in Norddeutschland Moore und sumpfiges Gelände bezeichnet werden. Früher waren dafür die Schreibweisen ?Bruoch? und ?Brok? verbreitet.<ref name="TSchmidt" /> Es wird jedoch bezweifelt, dass diese Tatsache vorrangig für die Namensgebung verantwortlich war.<ref name="GEckert" />
  • Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Name von den auf dem Gipfel und den Hängen liegenden Felsbrocken abgeleitet wurde. Dass diese Deutung für den Brocken zutrifft, ist jedoch unwahrscheinlich,<ref name="CENehse" /> da sich auch bei anderen Bergen des Harzes solche Gesteinsbrocken finden. Außerdem waren die betreffenden Regionen zu der Zeit, als der Begriff geprägt wurde, kaum bekannt.<ref name="GEckert" />
  • Eine weitere Vermutung stützt sich auf eine Bezeichnung in einem Brief aus dem Jahr 1490 von Graf Heinrich zu Stolberg-Wernigerode. Darin verwendete er den Ausdruck ?Brackenberg?. Eine Deutung auf abgestandenes, zur Nutzung ungeeignetes Holz, wie es als ?Bracken? bezeichnet wurde, ist jedoch umstritten.<ref name="TSchmidt" />

Sagen und Literatur

Sagen

Der Brocken wird im Volksmund auch ''Blocksberg'' genannt und ist von vielen Sagen umwoben.

Heinrich Pröhle sammelte seit 1851 auf Wunsch seines Lehrers Jacob Grimm Sagen und Märchen aus dem Harz. Er promovierte im Jahr 1855 in Berlin mit einer Arbeit über die Sagen des Brockens.

Seit der Zeit der Hexenverfolgungen wurden Angeklagten in den Hexenprozessen die Teilnahme an geheimen Hexenversammlungen beziehungsweise dem Hexensabbat, beispielsweise in der Walpurgisnacht, vorgeworfen. Der Brocken wurde 1540 erstmals als ein solcher Treffpunkt und als einer der Hexentanzplätze bezeichnet. Da sich die Bezeichnung ?Hexe? erst im 16.?Jahrhundert verbreitete,<ref name="EJacobs" /> finden sich auch ältere, dem heutigen Verständnis von Hexen sehr ähnliche Beschreibungen über unterschiedliche Gestalten, die zum ?Blocksberg fahren und dort ihre Versammlung haben?. So gilt der Brocken bereits in einem Gedicht um 1300 als Sammelplatz von ?Geisterwesen?.<ref name="EJacobs" />

Zu den vielen Sagen trug vielleicht bei, dass auf dem Brockengipfel an über 300 Tagen im Jahr Nebel auftritt. Dadurch sind seltene optische Effekte wie Halos und vor allem das sogenannte Brockengespenst zu beobachten, welches den Wanderern Schrecken einjagt. Beschrieben wurde dieses Phänomen unter anderem von Goethe, der dreimal den Brocken bestieg. Seine erste Besteigung des Berges fand im Winter 1777 statt, sie war aber nicht die erste Winterbesteigung des Brockens. Bereits 1753 bestieg Christlob Mylius den Brocken im Winter.

Literatur

Tourismus

Heute pendelt mit der Brockenbahn wieder eine Schmalspurbahn zwischen Wernigerode, Drei Annen Hohne, Schierke und dem Brocken. Die Personenzüge sind regelmäßig mit Dampflokomotiven bespannt.

Auf dem Gipfel befinden sich das Brockenhaus mit einem Besucherzentrum des Nationalparks Harz, das eine Ausstellung zur Geschichte des Berges sowie des Brockengartens beinhaltet. Des Weiteren finden sich Restaurants und das Brockenhotel, welche von den Brockenwirten der Familie Steinhoff bewirtschaftet werden. Bedeutende Wirte der Vergangenheit waren Johann Friedrich Christian Gerlach von 1801 bis 1834, Eduard Nehse zwischen 1834 und 1850, der ab 1836 kontinuierliche Wetterbeobachtungen vornahm,<ref name="WLachmann" /> 1849 eine Brockenkarte und 1850 das ?Brockenstammbuch? herausbrachte, sowie Rudolf Schade von 1908 bis 1927, der die Bekanntheit und den technischen Ausbau der Gastwirtschaft auf dem Brocken erheblich steigerte.<ref name="TSchmidt" /> Auf Einladung des Harzer Verkehrsverbands fand zum 100. Todesjahr Johann Wolfgang von Goethes am Samstag, dem 18. Juni 1932, auf dem Hexentanzplatz das Hexenexperiment des britischen Parapsychologen Harry Price statt.

Das Gebiet um den Brocken ist insbesondere bei Wanderern beliebt. Der Goetheweg ist ein zum Brockengipfel führender Wanderweg. Benannt ist er nach Johann Wolfgang von Goethe, der im Jahr 1777 ungefähr diesen Weg einschlug. Viele Wanderwege führen in die benachbarten Orte Schierke, Braunlage und Sankt Andreasberg. Vom Brocken aus führt der 100?km lange Harzer Hexenstieg Richtung Osten nach Thale sowie Richtung Westen über Torfhaus und Altenau nach Osterode. Der Teufelsstieg führt vom Brocken nach Bad Harzburg oder nach Elend. Auch Mountainbiker nutzen die Wanderwege.

Von Schierke aus führt die asphaltierte Brockenstraße auf den Gipfel, die unter anderem mit Pferdefuhrwerken bis zur Knochenbrecherkurve unterhalb des Gipfels befahren und von Touren- und Rennrad<nowiki />fahrern genutzt wird. Aufgrund der Lage im Nationalpark dürfen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dort nur mit Sondergenehmigung verkehren. Nach einer Studie der Universität Würzburg wird der Brockengipfel jährlich von etwa 580.000 Touristen besucht, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Brockenbahn auf den Gipfel gelangen.<ref name="GZ15092015" />

Als besonderes Original gilt der Träger der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt, Benno Schmidt (* 1932) ??genannt Brocken-Benno?? aus Wernigerode, der den Berg seit 1989 fast täglich erwandert und am 3.?Oktober 2016 die 8000.?Besteigung durchgeführt hat.<ref name="MDR03102016" /> In den Jahren 1997, 1998 und 2000 wurde er als ?tüchtigster Brockenwanderer? in das Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.<ref name="BrockenBiz" />

Sport

Zwei bekannte Laufveranstaltungen führen auf den Brocken: der Ilsenburger Brockenlauf (Anfang September, 26?Kilometer, davon 12?Kilometer Steigung, ausgetragen seit den 1920er-Jahren) und der Brocken-Marathon im Rahmen des Harz-Gebirgslaufes mit Start und Ziel südlich Wernigerode. Beide Läufe führen aus dem Tal auf den Brocken und wieder zurück. Der läuferisch anspruchsvollste Teil sind jeweils die letzten vier Kilometer vor dem Brockengipfel, auf dem bei beiden Wettkämpfen eine gesonderte Bergwertung stattfindet. In diesem Abschnitt ist ein Betonplattenweg mit durchgängig etwa 20 Prozent Steigung zu überwinden und die Läufer sind oberhalb der Waldgrenze oft einem scharfen, eisigen Wind ausgesetzt. Von den jeweils knapp 1.000 Teilnehmern schaffen es regelmäßig nur etwa 50, diese Passage ohne Gehpausen durchzulaufen.

Seit 2004 startet im Februar jeden Jahres die Brocken-Challenge ? ein Ultramarathon mit 84?Kilometern Länge von Göttingen zum Brockengipfel. Der Erlös dieser Veranstaltung kommt sozialen Zwecken zugute. Die Läufe werden unter Einhaltung der Regeln im Nationalpark durchgeführt.

Seit 2003 wird jährlich der 87 Kilometer lange ?Brockenaufstieg? von Göttingen zum Brocken durchgeführt. Mehr als 300 Personen nehmen jeweils an dieser zwei Tage dauernden Wanderung im Juni teil.

Anfang Mai findet jährlich über zwei Tage verteilt der Braunschweig-Brocken-Ultralauf 2?×?75?km statt. Die Teilnehmer laufen von Braunschweig nach Schierke, überqueren den Brocken, nächtigen in Schierke und laufen am nächsten Tag wieder zurück. Insgesamt ist es somit ein 150-Kilometer-Lauf.

Wintersport findet auf dem Brocken trotz häufig guter Schneelage nicht statt. Die vom Nationalpark betreuten Loipen und Skiwanderwege liegen außerhalb des Brockengebietes. Für Freizeit-Skifahrer oder Rodler ist der Brocken über Winterwanderwege zu erreichen.

Gebäude auf dem Brocken

Sendeanlagen

Schon in den 1930er Jahren erkannte man, dass der Brocken ein vorzüglicher Standort für eine der neuen Fernseh-.

Brockenhaus

Das . Außerdem befindet sich im Brockenhaus die Erste-Hilfe-Station der Bergwacht, die an allen Wochenenden und Feiertagen besetzt ist.

Wetterstation

Der Brocken ist durch extreme Wettersituationen und überraschende Wetterwechsel geprägt. Ab dem Jahr 1836 gab es durch den Brockenwirt einen ständigen Beobachter der Wetterlagen. Im Jahr 1839 wurde auf dem Brocken die damals höchste meteorologische Station Deutschlands eingerichtet.<ref name="KBFischer" /> Seit Herbst 1895 gibt es auf dem Brocken eine eigene Wetterwarte. Die heutige Wetterstation Brocken entstand 1939. Durch Bombardements am Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu Zerstörungen und einer Unterbrechung der Messungen, diese konnten im Jahr 1947 wieder aufgenommen werden. Am 16.?März 2010 wurde die Wetterwarte Brocken als eine Klimareferenzstation des Deutschen Wetterdienstes eingeweiht und soll somit eine langfristige und ununterbrochene Klimabeobachtung gewährleisten.<ref name="DWDWetterwarte" />

Am 11.?April 2014 kollidierte eine einmotorige Cessna?182?Q, von der Insel Rügen kommend, in dichtem Nebel mit der rechten Tragfläche mit den Messeinrichtungen auf dem Dach der Wetterstation und stürzte ab.<ref name="Bfu" /> Der Unfall forderte zwei Menschenleben.<ref name="HAZ11042014" />

Kulturdenkmale

Mehrere der Bauten und Anlagen auf dem Brocken sind im örtlichen Denkmalverzeichnis als Kulturdenkmale eingetragen. Neben dem Fernsehturm Brocken und der Wetterstation Brocken betrifft dies den Brockengarten und das Wolkenhäuschen. In der Vergangenheit waren auch der Trigonometrische Punkt auf dem Brocken und die Brocken-Silhouette als Denkmale ausgewiesen. Für die beiden Kulturdenkmale wurde der Denkmalstatus später jedoch wieder aufgehoben.<ref name="OMeister" />

Literatur und Karten

Literatur

  • Marc Dannenbaum: ''Auf dem Brocken: Hexen, Harz und Heine''. Terra Press, Berlin 2012, ISBN 978-3-942917-04-9.
  • Friedrich Dennert: ''Geschichte des Brockens und der Brockenreisen''. Harzzeitschrift, Beiheft 1, Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1954.
  • Rainer Dittmann: ''Geschichte und Geschichten um den Brocken: Brocken-Benno erzählt'', Sutton, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-350-3.
  • Gerhard Eckert: ''Der Brocken, Berg in Deutschlands Mitte. Gestern und heute''. Husum, Husum 1994, ISBN 3-88042-485-3.
  • Georg von Gynz-Rekowski, Hermann Dieter Oemler: ''Brocken. Historie, Heimat, Humor''. Königstein/Taunus 1991, ISBN 3-928275-05-4.
  • Jürgen Hodemacher: ''Lasst uns auf den Brocken zieh?n: Bewegende Geschichte des herausragendsten aller Berge im Harz''. Appelhans, Braunschweig 2011, ISBN 978-3-941737-53-2.
  • Hansjörg Hörseljau: ''Der Brocken. Ein freier Berg''. Pieper, Clausthal-Zellerfeld 2006, ISBN 978-3-9803471-4-3.
  • Uwe Lagatz unter Mitwirkung von Claudia Grahmann: ''Der Brocken. Die Entdeckung und Eroberung eines Berges''. Jüttners Verlagsbuchhandlung, Wernigerode 2014, ISBN 978-3-910157-17-0.
  • Wolfram Richter: ''Der Brocken ? ein deutscher Berg''. Pieper, Clausthal-Zellerfeld 1989?2004 (9 Aufl.), ISBN 3-923605-04-8.
  • Wolfram Richter: ''Der Brocken im Harz ? Ein Berg im Wandel der Zeiten''. Pieper, Clausthal-Zellerfeld 2010, ISBN 978-3-86948-102-9.
  • Thorsten Schmidt, Jürgen Korsch: ''Der Brocken, Berg zwischen Natur und Technik''. Schmidt, Wernigerode 1998, ISBN 3-928977-59-8.

Karten

  • ''Geologische Karte Harz 1:100.000.'' Hrsg. v. Geologischen Landesamt Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung. Halle/S. 1998, ISBN 3-929951-20-7.

Weblinks

Einzelnachweise

<references>
<ref name="DomProm"> , auf highrisepages.de</ref>
<ref name="FSchmidtDöhl">Frank Schmidt-Döhl: ''Zwischen Harz und Heide ? Berge, Höhenzüge und Landschaft''. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2010, ISBN 978-3-8313-2319-7</ref>
<ref name="ELöblich">Meteorologin Inge Motz, zitiert in: Eberhard Löblich, ''Auf dem Weg zum Gipfel aufgelesen, Geschichten entlang der Brockenpfade'', Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 2001, ISBN 3-89812-055-4, S.?48</ref>
<ref name="AnfrageLVermGeo">Sachverhalt und Ergebnis einer schriftlichen Anfrage beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation, Dezember 2013</ref>
<ref name="BrockenHöhe">Berghöhe des Brockens laut Artikel ''Wie hoch ist der Brocken?'', auf harzlife.de</ref>
<ref name="zech_et_al_2010">Jana Zech, Teresa Jeffries, Dominik Faust, Bernd Ullrich, Ulf Linnemann: ''U/Pb-dating and geochemical characterization of the Brocken and the Ramberg Pluton, Harz Mountains, Germany.'' Geologica Saxonica. Bd.?56, Nr.?1, 2010, S.?9?24 (PDF 1,1?MB); siehe dazu auch: ''Harzer Brocken ist jünger als gedacht?? Neudatierung des Gipfelgesteins widerlegt bisherigen Annahmen über Entstehung des Berges.'' scinexx.de, 30. Juni 2011, abgerufen am 8.?Juli 2011</ref>
<ref name="FKnolle&Co">Friedhart Knolle, Béatrice Oesterreich, Rainer Schulz und Volker Wrede: ''Der Harz. Geologische Exkursionen''. Perthes-Exkursionsführer, Justus Perthes Verlag Gotha, Gotha 1997</ref>
<ref name="FrühaufHagen">Manfred Frühauf, Katja Hagen: ''Mit Goethe und Heine um den Brocken-Die Harzer Blockhalden''. In: Ernst-Rüdiger Look, Ludger Feldmann (Hrsg.): ''Faszination Geologie. Die bedeutende Geotope Deutschlands'', E.?Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2006, ISBN 3-510-65219-3, S.?40?f</ref>
<ref name="DWDKlimatabelle"></ref>
<ref name="DwdWetterrekorde">''Wetterrekorde Brocken (Zeitraum 1895?2012)'' in ''Bergwetterwarte Brocken'', abgerufen am 17. April 2018, auf dwd.de (PDF; 456?KB)</ref>
<ref name="RadBrWetter"> in ''Das Brocken-Wetter'', abgerufen am 3.?April 2016, auf radiobrocken.de</ref>
<ref name="HarzseiteKlima"></ref>
<ref name="Wetterkontor">''Das Klima in Brocken'', auf wetterkontor.de</ref>
<ref name="CKittel">Umfassende Darstellung der berühmten gaußschen Messung von Charles Kittel, u.?a.: ''Berkeley Physik Kurs?1, Mechanik''.?5., verbesserte Auflage, Braunschweig/Wiesbaden, 1991, S.?5, auf googlebooks.de</ref>
<ref name="KGlaß">Kurt Glaß: ''Geschichte der Wetterwarte Brocken von den Anfängen bis 1950''. In: ''Unser Harz'', Clausthal-Zellerfeld, Heft 7/1990</ref>
<ref name="GeschiSpuren">''Objekt URIAN ? Abhörstation Brocken'', auf geschichtsspuren.de</ref>
<ref name="M-Bischoff">Die Funk- und Funktechnische Aufklärung im Bereich der GSTD/WGT: Der Brocken (1141 m), auf manfred-bischoff.de</ref>
<ref name="MitteldeutscheWz">Mitteldeutsche Wahrzeichen: ?Wie der Brocken zur Festung wurde?, 5.?Februar 2013, 20.45?Uhr, beim mdr</ref>
<ref name="BrockenBefreiung"></ref>
<ref name="GEckert">Gerhard Eckert: ''Der Brocken, Berg in Deutschlands Mitte. gestern und heute''. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1994, ISBN 3-88042-485-3</ref>
<ref name="GvGynzRekowski">Georg von Gynz-Rekowski, Hermann Dieter Oemler: ''Brocken. Historie, Heimat, Humor''. Gerig Verlag, Königstein/Taunus 1991, ISBN 3-928275-05-4</ref>
<ref name="TSchmidt">Thorsten Schmidt, Jürgen Korsch: ''Der Brocken, Berg zwischen Natur und Technik.'' Schmidt-Buch-Verlag, Wernigerode 1998, ISBN 3-928977-59-8</ref>
<ref name="WGrosse">Walther Grosse: ''Geschichte der Stadt und Grafschaft Wernigerode in ihren Forst-, Flur- und Straßennamen'', Wernigerode 1929, S.?49</ref>
<ref name="GGBredow">G.G.Bredow: ''Umständlichere Erzählung der merkwürdigen Begebenheiten aus der allgemeinen Weltgeschichte.'' Sechste Auflage, Hammerich-Verlag, Altona 1817, S.?526?528</ref>
<ref name="CENehse">C. E. Nehse: ''Der Brocken und seine Merkwürdigkeiten''. 1840</ref>
<ref name="EJacobs">Eduard Jacobs: ''Der Brocken in Geschichte und Sage''. Pfeffer, Halle 1879</ref>
<ref name="DSchultke">Dietmar Schultke: ''Der Brocken während der deutschen Teilung.'' In: ''Keiner kommt durch ? Die Geschichte der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer.'' Aufbau-Verlag, Berlin 2008</ref>
<ref name="WLachmann">Die Wetterbeobachtungen Nehses befinden sich im meteorologischen Nachlass , Braunschweig 2007, Band 88, S.?20 Fn. 27</ref>
<ref name="GZ15092015">Hubert Job, Regionalökonomische Effekte des Nationalparks Harz. Endbericht, Würzburg 2015</ref>
<ref name="MDR03102016">, auf mdr.de</ref>
<ref name="BrockenBiz"></ref>
<ref name="SteSteHWN">Harzer Wandernadel: ''Stempelstelle 9 / Brockenhaus'', auf harzer-wandernadel.de</ref>
<ref name="KBFischer">Vgl. Karl Berthold Fischer: ''Chronik des Amtes Harzburg im XIX.?Jahrhundert'', Appelhans, 1912, S.?22</ref>
<ref name="DWDWetterwarte">, Pressekonferenz des DWD, abgerufen am 8.?Oktober 2010, auf dwd.de</ref>
<ref name="Bfu">''Bulletin: Unfälle und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge?? April 2014'', abgerufen am 5.?Oktober 2015, auf bfu-web.de (PDF; 1,73?MB)</ref>
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<ref name="OMeister">''Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr.?Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA?6/8670) (4733?S.)'', ''Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt''; S.?2364?f. u. 4637, abgerufen am 7.?Januar 2016, auf padoka.landtag.sachsen-anhalt.de</ref>
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